Von der Bankerin zur Yogalehrerin

Von der Bankerin zur Yogalehrerin

Die Yoga-Love-Story:

Es war der Tag, an dem ich zum ersten Mal meinen heiligen Raum spürte. Ich befand mich in jener Zeit in einer Kurklinik an der Ostsee, um mich selbst besser zu verstehen. Während meiner ersten Yogastunde dort spürte ich ein tiefes Ankommen. Es war magisch. Erst viele Jahre später wurde mir bewusst, dass ich meinen eigenen heiligen Raum erfahren hatte. Erfüllt von diesem Gefühl kündigte ich meinen Job als Bankerin und beschloss, fortan nur noch Yoga zu unterrichten, um diese Einmütigkeit und Verbundenheit mit vielen anderen Menschen zu teilen.
So schnell in die Umsetzung zu kommen, hängt natürlich damit zusammen, wie sehr wir im Vertrauen sind und wie sehr wir von einer Sache überzeugt sind. Veränderungen sind immer eine kleine oder große Herausforderung. Aber wie ich schon in meinem letzten Newsletter erwähnt habe: Unsere Lebenszeit ist kostbar und es ist nicht egal, wie und mit wem oder was wir sie verbringen.
Interessiert es dich, wie und warum ich mich vom „sicheren“ Job bei der Bank lösen konnte?
❤️ In diesem Blog-Beitrag verrate ich dir meine ganz persönliche „Yoga-Love-Story“. Wie ich die Zeit als Bankberaterin empfunden habe und wie ich dann zur Vollblut-Yogalehrerin wurde:

Die erste Ausbildung als Basis

Nach dem Fachabi sollte ich erstmal etwas Vernünftiges lernen. Meine Eltern meinten das. Ich schrieb über 50 Bewerbungen an Banken und Industrieunternehmen. Ein Reisebüro war auch dabei. Die Sparkasse wollte mich und so absolvierte ich meine Ausbildung zur Bankkauffrau. Manche Bereiche fand ich interessant, andere weniger. Solange ich mit Menschen zu tun hatte, war alles gut. Als ich während der Ausbildung für vier Wochen eine interne Abteilung kennenlernen sollte, die sich mit Erbrecht beschäftigte, war ich kurz vor der Kündigung. Was interessieren mich die Toten!

Mein Leben in der Komfortzone

Nach der Ausbildung blieb ich und richtete es mir als Kundenberaterin bei der Bank ein. Ich war dafür zuständig, andere Menschen im Bereich Altersvorsorge, Versicherungen, Geldanlagen und Investitionen zu beraten. 10 Jahre lang ging ich mal mehr, mal weniger zufrieden zur Arbeit. Mein großes Glück war, dass ich immer Chefs hatte, die mich einfach machen ließen. Ich hatte viele Freiheiten. Meinen Urlaub verplante ich nach meinen Vorstellungen, sogar unbezahlter Urlaub für eine ausgedehnte Australien-Reise war drin. Ich traute mich einzufordern, was ich für meine Zufriedenheit brauchte. Während dieser Zeit war ich in einer längeren Partnerschaft mit einem Kollegen, das fühlte sich gut an. Ich genoss es auch, in Teams zu arbeiten und liebte den Austausch mit den Kunden. Die Mitarbeiterführung im Unternehmen gefiel mir und zu der Zeit tat mir die Sicherheit sehr gut. Ich bewegte mich in meiner Komfortzone und hatte genug Zeit und Geld zum Leben; eigentlich war alles gut.

Als ich begann, mein Leben zu hinterfragen

Dann brach ich aus. Ich kann es gar nicht mehr an einem konkreten Ereignis festmachen. Vermutlich ging es mit der Trennung des Partners los, dass ich zunehmend mein ganzes Leben in Frage stellte. Was mache ich hier eigentlich? Ist das jetzt echt alles im Leben? Soll ich so bis zur Rente weitermachen? Eine Kur half mir, mich zu sortieren und mehr Klarheit zu gewinnen. Bereits nach der ersten Yogastunde – in der Kur – meldete ich mich zur Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg an. Auf das Ausbildungsinstitut von Yoga Vidya kam ich, weil die Yogalehrerin aus der Klinik ihre Ausbildung dort gemacht hatte. Sie meinte, ich solle dort am besten vorher gar nicht hinfahren, sondern mich direkt anmelden. Im Nachhinein war das ein weiser Tipp. Ich weiß nicht, ob ich mich noch angemeldet hätte, wenn ich es mir vorher angeschaut hätte. Es war schon alles sehr streng und strikt und dieser straffe Zeitplan über Wochen hat mich ganz schön herausgefordert.

Yogatherapie Julia Backhaus

Vom Traum zur Wirklichkeit

In meinen Träumen malte ich mir aus, dass ich Yoga neben der Arbeit weitergeben kann. Die Ausbildung begann, sie inspirierte mich sehr und ich startete ganz mutig mit dem Unterrichten für Freunde und Bekannte. Es machte mir riesigen Spaß, erfüllte mein Herz und machte mich zufrieden. Über die Bank kannte ich ja schon recht viele Menschen und Entspannung konnten ja alle gut gebrauchen. Nach einigen Monaten erkundigte ich mich bei meinem Chef, ob ich mein Arbeitsverhältnis um 50 Prozent reduzieren könne. Ich würde die andere Hälfte Yoga unterrichten. „Der neue Vorstand möchte, dass du ganz bleibst!“, hieß es. Das war an einem Freitag. Das folgende Wochenende kaute ich auf dem Thema herum. Meine Eltern, die eigentlich sehr sicherheitsorientiert sind, versuchten nicht, mich zu beeinflussen. Montagmorgen ging ich mit der Kündigung zum Chef. Ob er damit gerechnet hatte, weiß ich nicht. Er sah nicht so aus.
Wow, ich fand mich selbst ganz schön mutig! Und auch irgendwie völlig verrückt. Aber ich vertraute darauf, dass es schon richtig sein würde. Wenn es sich so wahnsinnig gut anfühlt, Yoga zu unterrichten, dann kann es eigentlich nur richtig sein, was ich da gerade tue, dachte ich mir.

Auf in die Selbständigkeit!

Ein halbes Jahr später saß ich dann auf meiner Yogamatte ohne einen Chef, ohne eine Marketing-Abteilung, ohne eine EDV-Abteilung – einfach ohne diesen ganzen Apparat, der mir immer diesen Halt gegeben hatte im vergangenen Jahrzehnt. Ich erstellte eine Website und Flyer, wurschtelte mich durch, ließ mir von Freunden helfen und so wurden es immer mehr Kurse, Workshops und Einzelstunden, die ich gab. Nebenbei erhielt ich Existenzgründungszuschuss, den ich komplett zum Sparen an die Seite legen konnte. Ich brauchte das Geschenk vom Staat nicht; die Einnahmen flossen und ich war im Vertrauen und machte mir keine Sorgen. Mein Leben fühlte sich einfach nur super an. Endlich ausschlafen und tun und lassen, was ich will.
Ohne jetzt angeben zu wollen: So ist das bis heute.
Abgesehen davon, dass ich mit zwei kleinen Kindern nicht mehr ausschlafen kann und dadurch auch körperlich und mental manchmal an meine Grenzen komme oder darüber hinaus. Aber das ist normal und das haben auch Mütter und Väter, die angestellt sind.

Natürlich gab es Momente, in denen ich dachte „Mir ist das alles zu viel“, „Ich will nicht mehr alles alleine machen müssen“, „Ich will diese Abendkurse nicht mehr“, „Fuck, wenn ich noch in der Bank wäre, würden die mir jetzt einfach einen neuen Drucker bringen“ usw. Diese Momente der Unsicherheit und Verzweiflung waren jedoch immer schnell verflogen. Ich konzentrierte mich wieder auf meine Aufgabe und gut.

Ein Leben voller Weiterbildungen und Inspirationen

Mir gefiel es, mich im Bereich Yoga, Entspannung und Meditation fortwährend weiter zu bilden. Ich sog die Inhalte auf, mir fiel alles plötzlich so leicht. Nach der Ausbildung zur Entspannungspädagogin tauchte ich in die Shiatsu-Lehre ein, dann in die Thai-Yoga-Massage. Ich verbrachte vier Winter in Indien, um Yoga in seinem Ursprungsland zu erleben. In Indien gibt es nicht „das eine“ Yoga. Es gibt unzählige Schattierungen, die alle ihren Platz haben. Im Nachhinein waren meine Indienreisen meine wichtigsten und intensivsten Erfahrungen, die sowohl mein Leben als auch meinen Yogastil sehr beeinflusst haben. Der Kontakt dort zu Einheimischen hat mein Herz sehr berührt. Inzwischen habe ich die Ayur-Yogatherapie-Ausbildung bei Remo Rittiner abgeschlossen und gebe in meiner Praxis überwiegend Privatstunden für Menschen mit körperlichen und geistigen Dysbalancen sowie Yogareisen und Weiterbildungen für Yogalehrer. Besonders die Yogareisen halten meinen Geist wach, weil mich meine Gäste mit ihren Lebens- und Wertvorstellungen immer wieder aufs Neue inspirieren.

Privatstunden Yoga Arolsen Julia Backhaus

Mein Erfolgsrezept

Die Sparkasse hat mir damals eine gute Basis gegeben für meine Selbständigkeit als Yogalehrerin. So kann ich meine Liebe zum Yoga weitergeben und habe gleichzeitig die Finanzen im Blick, damit ich in der Fülle bleibe. Und mit den Jahren habe ich gelernt, mich unterstützen zu lassen. Inzwischen arbeiten einige Freelancer für „Julias Yogawelt“. Ich gebe ab, was ich nicht kann oder nicht können will. Das ist sehr wichtig, damit wir uns als Selbständige/r nicht verzetteln. Und was viele unterschätzen: Das Fundamentalste ist, dass wir als YogalehrerIn eine tägliche Yoga-, Atem- und Meditationspraxis haben. Sie gibt uns die nötige Struktur, zentriert und fokussiert uns auf das Wesentliche.

Du bist YogalehrerIn und überlegst jetzt, dich auch selbständig zu machen? Du hast die Wahl!

Für mich ist es perfekt. Ich genieße die Freiheit. Mein Yoga-Business ist clever aufgebaut mit geringen Fixkosten und viel Flexibilität. Ich bin eine geborene Selbständige. Ob die Selbständigkeit für dich auch richtig ist und ob sie dich auf Dauer zufrieden macht, kannst nur du selbst herausfinden. Egal wie anstrengend meine Arbeitstage sind, mich machen die Momente glücklich, wenn Menschen aus meinen Yogatherapiestunden gehen oder nach einer Yogareise so inspiriert sind, dass sie selbst mutiger werden, ihren eigenen Weg zu gehen. Werde dir bewusst, warum du es willst und sei stets offen für Veränderungen! Ich habe meine Route in den vergangenen 18 Jahren immer wieder meinem Lebensrhythmus sanft angepasst.

Hast du meine Yoga-Love-Story gelesen?
Was macht das mit dir?
Gibt es Dinge, die du gerne verändern würdest?

Ich freue mich, wenn du deine Gedanken mit mir teilst. Schreib mir oder ruf mich an!
Alles Liebe,
Deine Julia Backhaus

 

 

 

 

Über mich

ausgebildet als Yogalehrerin (BYV), Ayur Yogatherapeutin nach Remo Rittiner, Thaiyoga- und Shiatsu- Masseurin, Dozentin, Buchautorin.

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Diese Übungen haben schon vielen meiner Teilnehmer geholfen, mehr Gelassenheit und Entspannung zu erfahren.